Liebe
Mitschüler, liebe Lehrer,
liebe Eltern und Verwandte,
sehr
verehrte Ehrengäste!
„Kabiale und Liebe – ein Drama in 13 Akten“
- in Anlehnung an Schillers Trauerspiel „Kabale und Liebe“ gaben wir unserer gemeinsamen Schulzeit diesen Namen. Doch ist auch unser Drama eine Tragödie? Oder findet es – wie eine typische Komödie – ein glückliches Ende?
Betrachten wir zunächst den Handlungsverlauf: Die Exposition unseres Stücks bildeten unsere vier Grundschuljahre, die sich im Gegensatz zur sorglosen Kindergartenzeit als spannender neuer Lebensabschnitt entwickelten. Diese Spannung erreichte in der fünften Klasse ihren Höhepunkt, als sich die Hauptfiguren des Dramas, die jetzigen Abiturienten, an der Christian-von-Bomhard-Schule zusammenfanden. Zwar wurde der Handlungsort durch Klassenfahrten gelegentlich an andere Schauplätze verlegt – von Saalbach-Hinterglemm über Hastings, nach Berlin, London und schließlich Rom – doch blieb die Bomhardschule der Haupthandlungsort von „Kabiale und Liebe“.
Diese Schule wurde uns in den Jahren der fallenden Handlung des Dramas, in denen sich das Geschehen einspielte, zum zweiten Zuhause. Ob das stündliche Klingelzeichen, der leckere Geruch aus der Schulküche, das satte Grün der Natur rund ums Schulgebäude oder im Winter die warmen Bänke in der Aula – das alles ist uns in der langen Zeit heimisch und vertraut geworden. Ebenso haben wir die Menschen schätzen gelernt, die den Alltag der Schule prägen – die Hausmeister, die Sekretäre, die Lehrer und besonders unsere Mitschüler.
Über das schulische Beisammensein hinaus entstanden Freundschaften, die sich von Schulstunde zu Schulstunde festigten. Doch gemäß dem Namen „Kabiale und Liebe“ gab es nicht nur Liebe und Freundschaften, sondern auch ambivalente Beziehungen, die sich in kleinen Streitereien zeigten. Angesichts der Vielfalt der handelnden Charaktere ist dies nicht verwunderlich. Denn wo Lehrerschreck auf Schleimer trifft, kann es nicht immer harmonisch zugehen. Und auch der Naturwissenschaftler und der Theologe sind sich mal uneinig. Doch gerade diese Konflikte erhielten die Spannung des Stückes.
Die Hauptfiguren und deren Beziehungen sorgen zwar für den Reiz des Dramas, doch sind für dessen Gelingen noch wesentlich mehr Mitwirkende nötig. Zum einen ist dies Herr Doktor Kellner, der als Regisseur für einen geordneten Ablauf sorgte. Auch ohne die Theaterkritiker, unsere Lehrer, wäre das Stück nicht vorstellbar. Besonders Herr Krüger erkannte als unser Kollegstufenbetreuer in jedem von uns sein Potential und war stets für all unsre Probleme offen. Zu guter Letzt konnten wir auf die Unterstützung unserer Eltern bauen, den Leuten hinter der Bühne. Sie trösteten, wenn man mal nicht so gut gespielt hatte, und motivierten uns, immer wieder aufzutreten. Bei Euch und Ihnen bedanken wir uns von ganzem Herzen.
Ohne diese Unterstützung hätten wir es nicht bis hierher geschafft. Heute hat das Stück ein glückliches Ende gefunden, denn alle vierzig Hauptfiguren erhalten ihr Abiturzeugnis. Somit endet unser Drama nicht, wie eine Tragödie, mit einer Katastrophe, sondern mit einer Synthese und lässt sich deshalb als Komödie charakterisieren.


