28.07.2010 (17:05:40)
Alle Wege führen nach Rom. Aber wohin werden die Wege führen, wenn man schon in Rom ist? Die Abiturienten der Christian-von-Bomhard-Schule Uffenheim hatten es sich zum Ziel gemacht, diese Frage zu ergründen, als sie sich für die Hauptstadt Italiens als Ziel ihrer Abschlussfahrt entschieden. Und diese Fahrt war an sich schon eine kleine Premiere, wurde sie doch von den Klassen Q11 und K12 gemeinsam unternommen, die nächstes Jahr als doppelter Abiturjahrgang die Schule verlassen werden.
Obwohl uns die 14-stündige Busfahrt von Uffenheim nach Rom noch in den Gliedern steckte, machte sich die Q11 mit ihren Lehrern Herr Lockl und Frau Böhm sofort nach der Ankunft auf, um die Stadt Rom zu erkunden. Nicht nur, dass wir als Fußballfans gleich am ersten Abend in den Genuss eines Public Viewings inmitten von (noch) begeisterten Italienern kamen, auch die Gelegenheit, die Spanische Treppe mit ihrem romantischen Flair und den berühmten Trevi-Brunnen in der Abenddämmerung zu erleben, weckte in so manchem von uns die legendäre Italien-Leidenschaft der Deutschen und veranlasste den ein oder anderen bereits am ersten Abend, eine Münze für die Wiederkehr in den Trevi-Brunnen zu werfen.
Neben ihrer ausgeprägten romantischen Seite vernachlässigten wir die geschichtliche Bedeutung der Stadt Rom ebenfalls nicht. Ein Besuch des Vatikan mit Petersdom und Papstkrypta durfte natürlich ebenso wenig fehlen wie ein Abstieg in die wirren Gänge der urchristlichen Katakomben, ein Spaziergang auf der alten Via Appia und eine mehrstündige Erkundungstour rund um Kolosseum und Forum Romanum. Da wir auch für eigenständige Expeditionen Zeit hatten, kamen die unterschiedlichen Schülerinteressen wohl alle auf ihre Kosten – während die einen weitere Monumente des antiken Roms wie den legendären Circus Maximus bestaunten, jagten ihre Mitschüler Souvenirs als Erinnerung an die Klassenfahrt oder begaben sich auf die Spuren des Autors Dan Brown, dessen Thriller Illuminati in Rom spielt. Eine Schülergruppe hat sich sogar aufgemacht, eine Privataudienz des Papstes mitzuerleben, was für sie ein sehr beeindruckendes und bleibendes Erlebnis war.
Und unser Weg führte uns gar über die Stadtgrenzen Roms hinaus – gen Süden, wo wir die Stadt Pompeji besichtigten, die in der Antike bei einem Ausbruch des Vulkans Vesuv verschüttet wurde und eindrucksvolle Einblicke in das Alltagsleben der alten Römer gewährt. Anschließend genossen wir noch eine Stunde am Strand, nahe des Golfs von Neapel, wo schon die vermögenden Römer der Antike ihre Landhäuser hatten.
Dass wir Rom nach vier Tagen schon wieder Arrividerci sagen mussten, fiel vielen dann schon etwas schwer, hätte es doch noch so viel zu sehen und zu bestaunen gegeben, was den Rahmen einer Klassenfahrt jedoch gesprengt hätte. Doch das Interesse für diese faszinierende Stadt ist durch die Abschlussfahrt geweckt und wird wohl den ein oder anderen dazu veranlassen, Rom diesmal privat erneut zu besuchen.
Zweifel dürfte es daran keine geben. Denn wir haben ja eine Münze in den Trevi-Brunnen geworfen. Und bekanntlich führen alle Wege nach Rom.
- Geschrieben von: LucyInTheSky
- Thema: Unterwegs

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